Warum Selbstfürsorge kein Luxus ist

«You can not poor from an empty cup» – Ein Satz, den wir oft hören aber auch priorisieren? Wir funktionieren, leisten, kümmern uns um andere – aber wo bleiben wir selbst? Selbstfürsorge wird oft als Egoismus missverstanden, dabei ist sie die Grundlage für ein erfülltes Leben und nachhaltige Leistungsfähigkeit.

1. Was ist Selbstfürsorge wirklich?

Selbstfürsorge ist mehr als ein Wellness-Wochenende oder ein heisses Bad. Es geht darum, bewusst auf die eigenen Bedürfnisse zu achten und aktiv für das eigene Wohlbefinden zu sorgen – körperlich, mental und emotional.

Selbstfürsorge bedeutet:
• Klarheit darüber, was dir guttut und was nicht
• Grenzen setzen und bewusst „Nein“ sagen
• Deine eigenen Bedürfnisse ernst nehmen, statt sie ständig hintanzustellen
• Dich selbst mit der gleichen Fürsorge behandeln, die du anderen schenkst

 

Warum fällt es uns so schwer?

In meinen Coachings sehe ich immer wieder, wie schwer es vielen fällt, sich selbst Raum zu geben. Wir jonglieren zwischen Beruf, Familie und gesellschaftlichen Erwartungen und stellen uns oft ganz hinten an. Wenn ich Klient:innen frage, warum sie keine Zeit für sich nehmen, höre ich Dinge wie:

• „Ich habe keine Zeit.“
• „Es ist egoistisch, zu erst an mich zu denken.“
• „Wenn ich nicht alles schaffe, versage ich.“

Und ich verstehe das gut. Wir wachsen mit der Überzeugung auf, dass unser Wert durch Leistung bestimmt wird. Doch die Wahrheit ist: Je weniger wir für uns sorgen, desto weniger Energie haben wir für andere.

Genau hier liegt der Knackpunkt: Selbstfürsorge ist keine Belohnung, die man sich erst verdienen muss. Sie ist die Basis dafür, überhaupt langfristig leistungsfähig, gesund und glücklich zu sein.

 

Selbstfürsorge als Gamechanger – die 3 Schlüsselbereiche

Mentale Selbstfürsorge – dein Mindset entscheidet

• Negative Gedankenmuster erkennen und durch konstruktive ersetzen
• Achtsamkeit und Meditation für mehr innere Ruhe
• Dich selbst so behandeln, wie du eine gute Freundin behandeln würdest

Emotionale Selbstfürsorge – deine Gefühle sind wichtig

• Deine Bedürfnisse wahrnehmen und ausdrücken
• Dir selbst mit Mitgefühl begegnen, statt dich ständig zu kritisieren
• Toxische Beziehungen erkennen und loslassen

Körperliche Selbstfürsorge – dein Körper ist dein Zuhause

• Gesunde Ernährung & Bewegung ohne Druck, sondern mit Freude
• Ausreichend Schlaf und Erholung als Priorität setzen
• Bewusst Pausen einbauen, um nicht auszubrennen

 

Kleine Schritte, grosse Wirkung – wie du Selbstfürsorge im Alltag integrierst

Selbstfürsorge bedeutet nicht, das Leben völlig umzukrempeln. Es geht um kleine, bewusste Entscheidungen, die du jeden Tag treffen kannst. Ein paar Beispiele:

• Morgenroutine etablieren – Statt direkt ins Handy zu schauen, bewusst in den Tag starten
• Micro-Breaks nutzen – 5 Minuten frische Luft, tiefe Atemzüge oder ein bewusster Tee-Moment
• Ein „Self-Care-Termin“ pro Woche – Blocke eine Stunde nur für dich
• Lernen, „Nein“ zu sagen – Grenzen setzen ist ein Akt der Selbstachtung
• Dankbarkeit praktizieren – Jeden Abend drei Dinge aufschreiben, für die du dankbar bist

Selbstfürsorge bedeutet auch, zu erkennen, dass du nicht alles allein schaffen musst. Eine meiner Klientinnen hatte grosse Schwierigkeiten, Aufgaben abzugeben. Erst als sie sich bewusst machte, dass sie durch Delegieren nicht weniger wertvoll ist, sondern mehr Raum für sich gewinnt, konnte sie loslassen.

 

Fazit: Selbstfürsorge ist die Basis für ein erfülltes Leben

Selbstfürsorge bedeutet nicht, sich von der Welt zurückzuziehen – sondern mit mehr Kraft und Klarheit in ihr zu stehen.
Sie ist nicht egoistisch – sondern essenziell, um für andere da sein zu können.
Sie ist kein Luxus – sondern deine Verantwortung dir selbst gegenüber.

Selbstfürsorge ist kein Luxus